Förderungen für die Installation von Ladesäulen in Unternehmen gibt es in Frankreich auch 2026 noch, ihr Umfang ist in den letzten Jahren jedoch deutlich geschrumpft. Einige Unternehmen können weiterhin von gezielten Programmen profitieren (insbesondere für bestimmte Nutzungen oder öffentlich zugängliche Ladesäulen), in vielen Fällen sind Zuschüsse inzwischen jedoch begrenzt oder gar nicht mehr verfügbar.
In diesem Artikel zeigen wir, was tatsächlich verfügbar ist, unter welchen Bedingungen, und in welchen Fällen Sie nicht mit einer Förderung rechnen sollten.
Die wichtigsten Punkte:
- Das Programm Advenir finanziert Installationen in Unternehmen nicht mehr systematisch.
- Nationale Förderungen richten sich inzwischen an bestimmte Nutzungen.
- Regionale Förderungen kann es noch geben, sie unterscheiden sich jedoch stark je nach Region.
- In den meisten Fällen sollte die Installation ohne Zuschüsse geplant werden.
- Ein Projekt bleibt auch ohne Förderung sinnvoll, wenn es gut geplant ist.
Überblick über die nationalen Förderungen für Unternehmen
Unter den nationalen Förderungen war Advenir das wichtigste Programm, ab 2026 ändern sich jedoch die Förderbedingungen.
Advenir: eine sehr gezielte Unterstützung
2026 verändert sich das Programm Advenir, die traditionelle Säule der Finanzierung in Frankreich. Es wird nicht mehr systematisch die Installation aller Ladesäulen in Unternehmen finanzieren. Sein Anwendungsbereich ist nun eingeschränkt.
Das Programm ist inzwischen bestimmten Branchen vorbehalten (insbesondere der Schwerlastlogistik) und gilt für die Installation von Ladesäulen auf privaten Parkplätzen. „Klassische“ Unternehmen sind von Advenir nicht mehr betroffen.
Der Antrag wird online über die offizielle Plattform von Advenir gestellt.
Gut zu wissen: Die Advenir-Förderung ist gedeckelt und nicht rückwirkend. Sie müssen die Förderzusage daher unbedingt vor der Unterzeichnung eines Angebots erhalten.
Weitere öffentliche Programme (steuerlich oder ergänzend)
Ergänzend zum Programm Advenir können weitere Mechanismen genutzt werden, zum Beispiel:
- beschleunigte Abschreibung für Ladeinfrastruktur,
- Befreiung von der Grundsteuer in bestimmten Umweltzonen (ZFE), wenn die Anlage öffentlich zugänglich ist,
- Steuergutschriften (je nach den im Haushaltsgesetz 2026 zu bestätigenden Änderungen),
- zinsgünstige Darlehen über regionale Programme oder die Förderbank Bpifrance.
Diese Programme können je nach Unternehmensgröße, Branche oder Standort variieren. Ihre Nutzung erfordert oft die Unterstützung durch einen spezialisierten Dienstleister.
Regionale und lokale Förderungen: finden und kombinieren
Entgegen mancher Annahme bieten 2026 nicht alle Regionen aktive Förderungen an. Viele Programme wurden eingestellt oder ausgesetzt. Es ist daher unerlässlich, die tatsächliche Existenz eines Programms zu prüfen, bevor Sie einen Zuschuss in Ihre Budgetplanung aufnehmen.
Ein sehr uneinheitliches Bild je nach Region
Jede Gebietskörperschaft hat eigene Kriterien, Obergrenzen und Förderbedingungen.
Hier einige konkrete Beispiele aus dem Jahr 2025, die 2026 verlängert oder angepasst werden könnten:
- Region Grand Est: Förderung von bis zu 1.500 € pro Ladepunkt, maximal 50 % der Kosten ohne MwSt. (unter Bedingungen).
- Île-de-France Mobilités: Zuschuss von 40 % der Installationskosten für öffentlich zugängliche Ladesäulen, bis zu 5.000 € pro Ladesäule.
- Metropole Lyon: Unterstützung für Unternehmen über Projektaufrufe auf Basis lokaler Energiesparzertifikate (CEE).
- Stadt Paris: bis zu 60 % der Kosten für die elektrische Vorrüstung, maximal 4.000 €, für Projekte auf privaten Parkplätzen.
Diese Förderungen betreffen sowohl den Kauf als auch die Installation und die Vorrüstung von Parkplätzen. Einige honorieren auch die Überwachung, die öffentliche Zugänglichkeit oder die Nutzung erneuerbarer Energien.
Wo und wie finden Sie verfügbare lokale Förderungen?
- Websites der Regionalräte, Energieagenturen oder Industrie- und Handelskammern (CCI) prüfen
- Online-Simulatoren nutzen (etwa von Advenir oder der Umweltagentur ADEME)
- Sich von einem zugelassenen IRVE-Installateur begleiten lassen, der die regionalen Programme oft kennt
- An lokalen Projektaufrufen teilnehmen, die häufig zu Beginn oder in der Mitte des Jahres starten
Tipp: Prüfen Sie, ob lokale Förderungen mit Advenir kombiniert werden können. Eine Kumulierung ist in der Regel erlaubt, solange die gesamten öffentlichen Mittel einen bestimmten Prozentsatz des Gesamtbetrags ohne MwSt. nicht überschreiten (oft 60 % bis 80 %).
IRVE-Förderkriterien und gesetzliche Pflichten
Förderungen für Ladesäulen sind an strenge technische und administrative Regeln gebunden. Werden sie nicht eingehalten, wird der Antrag grundsätzlich abgelehnt.
IRVE: ein unverzichtbares Siegel für Ihr Projekt
Die IRVE-Qualifikation (Infrastructure de Recharge pour Véhicules Électriques, die französische Zertifizierung für Ladeinfrastruktur) ist inzwischen der maßgebliche Standard. Sie garantiert, dass die Anlage den Normen für Sicherheit, Leistung und elektrische Kompatibilität entspricht.
Dieses Siegel betrifft:
- die Ladesäulen, die in einem anerkannten Verzeichnis gelistet sein müssen (z. B. Advenir)
- und vor allem die Installateure, die eine von zugelassenen Stellen (Qualifelec, Afnor usw.) ausgestellte Zertifizierung besitzen müssen
Es gibt drei IRVE-Stufen (1, 2 und 3), je nach Komplexität der Installation:
- Stufe 1: Ladesäulen ≤ 22 kW ohne Steuerung
- Stufe 2: Ladesäulen ≤ 22 kW mit Überwachung oder Kommunikation
- Stufe 3: Ladesäulen > 22 kW (Schnellladen)
Hinweis: Advenir verlangt, wie die meisten regionalen Förderungen, für jede überwachte oder vernetzte Ladesäule mindestens einen nach IRVE Stufe 2 zertifizierten Installateur.
Überblick über die gesetzlichen Pflichten
Über die Förderungen hinaus schreiben gesetzliche Vorgaben den Unternehmen Standards vor:
- Das LOM-Gesetz macht die Vorrüstung und Installation von Ladesäulen auf bestimmten Firmenparkplätzen zur Pflicht.
- Das französische Arbeitsgesetzbuch legt Regeln zu Zugänglichkeit und Sicherheit fest (Überspannungsschutz, Beschilderung, Wartung usw.)
Mehr zu den konkreten Schritten eines IRVE-Projekts (Wahl der Ausstattung, Standort, Kosten usw.) erfahren Sie in unserem Artikel: Ladesäulen im Unternehmen erfolgreich installieren.
Häufige Fehler bei Förderanträgen
Jedes Jahr verpassen viele Unternehmen Förderungen für Ladesäulen, nicht aus Budgetmangel, sondern wegen vermeidbarer Fehler.
Hier die häufigsten und wie Sie sie vermeiden.
1. Das Projekt vor der Förderzusage starten
Das ist der Fehler Nummer eins: ein Angebot unterschreiben oder mit den Arbeiten beginnen, BEVOR die offizielle Zusage vorliegt (insbesondere von Advenir). Die Folge: Der Antrag wird unzulässig, selbst wenn er einwandfrei vorbereitet ist.
Tipp: Warten Sie immer die offizielle Bestätigung ab, bevor Sie etwas bestellen oder installieren.
2. Einen Installateur ohne IRVE-Zertifizierung wählen
Selbst ein erfahrener Elektriker ohne IRVE-Siegel macht Ihr Projekt für jede Förderung unzulässig. Das Zertifikat des Installateurs wird von den Fördergebern systematisch geprüft.
Tipp: Lassen Sie sich vor der Unterschrift den Nachweis der passenden IRVE-Stufe (1, 2 oder 3) vorlegen.
3. Wichtige Unterlagen vergessen
Viele Anträge werden wegen formaler Lücken abgelehnt: fehlender Lageplan, nicht konformes Angebot, fehlende eidesstattliche Erklärung usw.
Tipp: Nutzen Sie die Checklisten auf der Website von Advenir oder Ihres Installateurs und prüfen Sie die besonderen Anforderungen Ihrer Region.
4. Leistung oder Nutzung falsch einschätzen
Manche Förderungen gelten nur für Ladesäulen bis 22 kW oder setzen eine öffentliche Nutzung voraus (z. B. Besucherparkplätze). Eine falsche Wahl zu Beginn kann Sie die Förderfähigkeit kosten.
Tipp: Legen Sie das Nutzungsprofil klar fest (interne Flotte, Mitarbeiter, Öffentlichkeit usw.) und wählen Sie die passende Ladesäule von Anfang an.
5. Die Überwachung vergessen
Immer mehr Förderungen setzen eine Überwachungslösung voraus (für Verbrauchserfassung, Zugang, Erstattung usw.). Manche Ladesäulen oder Installateure sehen diese jedoch nicht standardmäßig vor.
Tipp: Setzen Sie auf eine integrierte Lösung wie Chargemap Business, die die Kriterien von Advenir und der Regionen erfüllt.
Mehr zur Überwachung von Ladesäulen im Unternehmen.
Praxisbeispiele: Welche Förderung für welches Unternehmensprofil?
Jedes Unternehmen hat seine Besonderheiten und seine eigenen Finanzierungshebel. Drei typische Situationen zeigen Ihnen, welche Förderungen für Sie infrage kommen könnten.
KMU mit eigener Flotte
- Projekt: 3 Ladesäulen mit 22 kW auf einem privaten Parkplatz für Firmenfahrzeuge
- In den meisten Fällen erhält ein solches Projekt 2026 keine direkte nationale Förderung mehr. Regionale Programme kann es vereinzelt geben.
Unternehmen mit Publikumsverkehr
- Projekt: 2 für Kunden oder Besucher zugängliche Ladesäulen
- Öffentlich zugängliche Ladesäulen sind derzeit die Projekte mit den besten Chancen auf finanzielle Unterstützung, unter strengen Bedingungen bei Leistung, Überwachung und Preisgestaltung.
Logistikstandort oder mehrere Standorte
- Projekt: 5 bis 6 überwachte Ladesäulen, gemischte Nutzung oder regelmäßige Touren
- Projekte rund um Logistik oder Lkw sind derzeit die wichtigsten Begünstigten des Programms Advenir.
Es handelt sich um unverbindliche Beispiele zu Informationszwecken. Die Förderungen variieren je nach Region, installierter Leistung und angegebener Nutzung. Prüfen Sie Ihre Förderfähigkeit immer bei den zuständigen Stellen oder über einen zugelassenen IRVE-Installateur.
Fazit
2026 sind Förderungen für Ladesäulen in Unternehmen nicht mehr so verbreitet und zugänglich wie früher. Einige Projekte können noch von gezielten Programmen profitieren, die meisten Installationen müssen inzwischen jedoch ohne nationale Zuschüsse geplant werden.
Bevor Sie eine Förderung in Ihr Budget aufnehmen, sollten Sie Ihre Förderfähigkeit unbedingt bei den offiziellen Stellen oder einem IRVE-zertifizierten Installateur prüfen.
Einen vollständigen Überblick über Pflichten, Förderungen und Kosten rund um Ladesäulen im Unternehmen 2026 bietet unser Leitfaden.



